01Südflügel Schlossmuseum2006-2009
Tummelplatz 10, Linz, A HoG Architektur „Panoramadeck“
Lange Jahre funktionierte das Linzer Schloss quasi als Enklave in der Stadt, denn über Nacht schlossen sich die Tore; der Ort wurde zum weißen Fleck auf der Stadtkarte. Ein neuer Museumstrakt, an Stelle des 1800 abgebrannten Südflügels errichtet, erweitert nun das Raumkontingent des Museums und lässt das Schloss vom Musentempel zur kulturellen Fußgängerzone werden. Indem der Baukörper scheinbar über der alten Schlossmauer schwebt, entsteht darunter ein neuer städtischer Platz, der unabhängig vom Museum besucht werden kann, mit einer Gastronomie ausgestattet ist und einen bis dahin nur wagemutigen Mauerkletterern zugänglichen Stadtblick freigibt.
02ASO4 Karlhofschule2007-2009
Hölderlinstraße 9, Linz, A grundstein „Musterbeispiel einer Aufstockung“
Den akuten räumlichen und energietechnischen Handlungsbedarf nutzend wurde die „Schule für Alle“ mittels einer durchdachten Kombination aus Umbau, Aufstockung und Energiesanierung auf den Stand heutiger Ansprüche gebracht. Die äußerst geringe Tragfähigkeit des Bestandes und die Anforderung der Umsetzung bei laufendem Betrieb haben dieses Projekt außerdem zu einem Paradefall für die technischen Vorzüge des Holzbaus (Leichtbauweise und vorgefertigte Fassadenelemente) gemacht. Eine ambitionierte Gesamtgestaltung und die Mischung aus unterschiedlichen Oberflächen tun ihr übriges um eine äußerst sympathische Atmosphäre entstehen zu lassen. (MV)
03Büro- und Schulungsgebäude LK/FIH Ried2008-2009
Volksfestplatz 1, Ried, A Fink Thurnher Das Geländer der Rieder Messe ist mit seinen Hallenbauten unterschiedlichster Qualität und Alters ein Standort von höchst zwiespältiger Qualität. Trotzdem ist es dem Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel und der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gelungen dank einer strategischen Vorgehensweise bei den anstehenden Bauvorhaben sich in diesem Konglomerat als zeitgemäße Beratungs- und Dienstleistungsorganisationen zu positionieren. Bereits zweimal wurden Bauten dieses Areals mit dem Holzbaupreis ausgezeichnet.
Das erst kürzlich eröffnete Büro- und Schulungsgebäude ist nicht nur ein Beispiel für gelungenes Holzbaukultur und die funktionaler Synergien zweier Organisationen, sondern auch für die konsequente Umsetzung inhaltlicher Themen der Bauherren. Nach ökologischen Kriterien errichtet (Holzbau, Schafwolldämmung,...) stellt das Gebäude gewissermaßen die Versinnbildlichung nachhaltigen (landwirtschaftlichen) Wirtschaftens dar. (MV)
siehe auch:
Exportrinderstall, Ried i.I. (Schneider-Lengauer Architekten)
04Ars Electronica Center2006-2008
Hauptstraße 2, Linz, A TREUSCH architecture "Spielconsole"
„Brauchen Digital Arts noch den realen Raum?“, dieser Frage wird hier mit einem eindeutigen „Ja“, beantwortet. Gilt es doch diese Kunst auch zu vermitteln; und dabei spielt die Architektur eine nicht unwesentliche Rolle. Der Umbau des AEC stellt das Spielerische der neuen Medien in den Mittelpunkt und ist so angelegt, durch eine Vielfalt unterschiedlichster Räume, Nischen und Oberflächen eine Vielzahl an Bespielungsmöglichkeiten zuzulassen. Ein Konzept, dass sich auch im Außenraum wiederholt: das über den Ausstellungshallen liegende öffentliche Maindeck garantiert nicht nur den Anrainern weiterhin ungehinderten Ausblick auf die Donau, sondern lädt zur Bespielung ein.
In speziellen Rundgängen können die BesucherInnen die tollsten Ausstellungsprojekte unter fachmännischer Führung kennen lernen. Die "Highlightsführungen" werden täglich (außer montags) um 11:00 und 14:00 Uhr angeboten. Für Kinder ab 6 gibt es zur selben Zeit eigens konzipierte "Abenteuerreisen".
05Parkbad2006-2008
Untere Donaulände 11, Linz, A Riepl Riepl Architekten, Johannes Kaufmann "Kurort"
1929-1931 errichtet war das Parkbad lange Zeit Teil eines zwar umfassenden, aber eher zusammenhaltlosen Freizeitareals. Im Zuge der Erweiterung des Bades und der benachbarten Eislaufhalle wurde diesem Missstand im wahrsten Sinne des Wortes ein Riegel vorgesetzt. Ein 170 Meter langer Baukörper aus rotem Sichtbeton verbindet die Einzelteile zu einem Ganzen, bietet Platz für einen modernen Wellnessbereich und eine neue Eissporthalle und spielt mit dem Wechsel von Offenheit und Geschlossenheit. Entstanden ist ein urbanes Freizeitangebot, dass in der Gestaltung nicht das Erlebnis, sondern den Erholungswert in den Vordergrund stellt. Und sich durchaus auch als bewusste Alternative zu den Thermenbädern im oberösterreichischen Umland versteht.
06Hafenhalle 092008
Industriezeile 41a, Linz, A Riepl Riepl Architekten „Spanschachtel“
Als Notbehelf für die Dauer der Kulturhauptstadt errichtet, ist diese Halle vor allem eines: funktional. Eine Tragkonstruktion aus Leimbindern, einer Fassade aus Brettschichtholz und eine Dachkonstruktion aus vorgefertigten Holzriegelelementen; das Ganze überzogen mit einer schwarzen Dämmfolie, fertig. Doch obwohl es so scheint, als wäre auf die üblichen prägenden Aspekte wie Lichteinfall, Detailbesessenheit,… zugunsten einer raschen Errichtung (2½ Wochen Montagezeit) und niedriger Kosten verzichtet worden, lebt der Bau von ausgetüftelten Raumzuschnitten und dem anheimelnden Geruch des eingesetzten Holzes. Und so präsentiert sich die Hafenhalle 09 den Besuchern als rohe Spanschachtel mit dem ganz einzigartigen Charme eines Provisoriums. (MV)
07Vanilli Bar Club2008
Hofgasse 8, Linz, A x architekten “Catwalk"
Jahrelang das Szenelokal der Linzer Altstadt, nach einem Besitzerwechsel vorübergehend geschlossen, ist das Vanilli in neuem Kleid wieder ins Rampenlicht des Nachtlebens getreten. Noch stylisher präsentiert sich das Lokal nun im schicken Schwarz, aufgespannt zwischen zwei Barbereichen an jedem Ende des schlauchartigen Grundrisses. Die Fluktuation dazwischen fördert einen maximalen Personenstrom, was dem obligaten Sehen und Gesehen werden (und den wirtschaftlichen Anliegen der Betreiber) Rechnung trägt.
08ÖAMTC Linz2005-2008
Wankmüllerhofstraße 60, Linz, A Riepl Riepl Architekten Dass sich der Verkehrsclub ÖAMTC der Möglichkeiten von Architektur als Vermittler von Firmenkultur bewusst ist, dafür gibt es zahlreiche Belege. Dementsprechend war die Aufgabenstellung des Bauherren ein Leitgebäude für Oberösterreich zu schaffen, das ökologisch und zukunftsorientiert angelegt ist und die Eigenschaften Freundlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Kompetenz ausstrahlt. Als logische Antwort stehen bei dem neuen Gebäude die Dienstleistungen des Clubs im wahrsten Sinne des Wortes in der Auslage. Die Servicehalle ist komplett einsichtig, die Kunden können die Reparatur ihres Autos live mitverfolgen. Über der Servicezone schwebt das Headquater, gewissermaßen Eyecatcher und - gemeinsam mit einem hochmodernen Haustechnikkonzepte wie Wärmerückgewinnung, Bauteilkühlung, etc. - Repräsentant der technischen Leistungsfähigkeit.
09Berufsschule 82002-2008
Glimpfingerstraße 8b, Linz, A Hertl.Architekten „Investition in die Zukunft“
Seit 2003 bietet die Berufschule 8 erfolgreich die Ausbildung als „Öko-Installateur“ an. Doch der beherbergende Bau aus den 70er Jahren konnte mit den propagierten Energiestandards schon länger nicht mehr mithalten. Im Rahmen eines umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsprojektes wurden nicht nur die Fassade und das äußere Erscheinungsbild energetisch wie ästhetisch auf aktuellen Stand gebracht, sondern auch neue Raumangebote für das Lehrlingsheim geschaffen. So konnten unter anderem, als Folge der hohen energetischen Einsparungen, das vor Jahren stillgelegt Hallenbad saniert und reaktivier werden, und neue Kommunikationsbereiche im Bestand etabliert werden. Als weitere Bauetappen sollen in nächster Zeit noch Turnhalle, Schule und Werkstätten folgen.
10Mayr-Melnhof Kaufmann Verwaltungszentrale2008
Kogl 1, St. Georgen im Attergau, A Hermann Kaufmann „Inszenierung des Holzes“
Technisch auf der Höhe der Zeit zeigt das Bürogebäude eine außergewöhnlich konsequente und schlüssige Holzarchitektur. Alles folgt der Logik der Holzbauweise: Die äußere Erscheinung ist klar strukturiert, der Raster wird zur Fassadengestaltung, das Stützen- und Balkenwerk prägt den Innenraum, Oberflächen und Möbel spielen mit den unterschiedlichen Qualitäten verschiedener Holzarten – und der Duft macht sofort nach dem Betreten des Hauses klar, dass hier der Werkstoff zelebriert wird. (GH)
11Bilger-Breustedt Schulzentrum2006-2008
Schärdinger Straße 1, Taufkirchen, A Dietmar Feichtinger Architectes „Offenheit und Fröhlichkeit“
Wie man mit Weitsicht und unter Einbindung aller Nutzer in die Zukunft der Kinder investieren kann, belegt die Gemeinde Taufkirchen an der Pram. Der bestehende Kindergarten wurde um eine Volks- und Hauptschule mit integriertem Heimatmuseum und Turnsaal erweitert und zu einem einzigartigen Ensemble zusammengefasst. Geprägt von Offenheit, Leichtigkeit und Transparenz lebt das Gebäude von den Landschaftsausblicken und den Stimmungen, die vom Charakter der Jahreszeiten geprägt sind.
Dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgend, ist zwar die Grundkonstruktion des Gebäudes ein Skelettbau aus Stahlstützen, alle Decken- und Fassadenelemente aber in Holzbau ausgeführt. Die Fassade ist eine Abfolge von glas- bzw. holzschindelverkleideten Elementen, deren Durchlässigkeit die unterschiedlichen Nutzungen widerspiegelt. Weit auskragende Dächer und gut bespielbare Balkonzonen schließlich verleihen diesem Schulbau den Charakter einer Sommerfrische. (MV)
12ASZ-BAV Grieskirchen2007-2008
Trattnachtalstraße, Grieskirchen, A Wolf Architektur „Prädikat wertvoll“
Altstoffe sind Wertstoffe, das ist nicht nur eine Tatsache, die unsere Industrie zunehmend erkennt, sondern auch die logische Philosophie der Altstoffsammelzentrale Grieskirchen. Und was wertvoll ist verdient auch ein wertschätzendes Gebäude. In diesem Fall ein Sammelzentrum, das nach ökologischen Gesichtspunkten errichtet wurde, durch demontierbare Konstruktionen und recycelbare verbundstofffreie Materialien schon jetzt an die Zeit nach dem Bestimmungszweck denkt und eine hohe Funktionalität mit einem in Gliederung und Gestaltung hochwertigen Holzbau verbindet. (MV)
13Musikschule Vöcklabruck2007-2008
Schererstraße 9, Vöcklabruck, A Gärtner+Neururer „das Spiel der wohltemperierten Architektur“
Wo einst Kammersänger Oskar Czerwenka residierte und wohl auch musizierte, findet sich seit 2008 eine der modernsten Musikschulen des Landes Oberösterreich. Die denkmalgeschützte Villa des prominenten Vorbesitzers wurde subtil restauriert und um Proben-, Unterrichtsräume sowie einen Veranstaltungssaal erweitert. Der schlichte winkelförmige Neubau bleibt respektvoll unter der Traufenhöhe des Altbestandes und gewinnt im spielerischen Umgang mit den unterschiedlichen Gebäudeniveaus sowohl vollwertige Räume im Untergeschoss als auch einen attraktiven Außenraum.
14Villa Seilern Vital Resort, Bad Ischl2005-2008
Tänzlgasse 11, Bad Ischl, A Architekten Scheicher „Kaiserliche Wellness“
Wo schon Josef Strauß und Alexander Girardi die illustre Gästeschar der Gräfin Seilern unterhielten, kann auch heute das Publikum seine Sommerfrische genießen. Im Zuge der Adaptierung in ein Viersternehotel wurde die klassizistische Salzkammergut-Villa aus 1881 durch einen Neubau ergänzt, der sie wie ein Juwel fasst. Immer wieder wird von dort aus der historische Kern überraschend und spielerisch ins Blickfeld gerückt und ist damit im gesamten Resort präsent.
Im Innenleben des Hauses wird humorvoll und spielerisch mit dem „kaiserlichen“ Lokalkolorit kokettiert. In den Zimmern gelingt der Beweis, dass heimische Zirbe auch ohne rustikale Schnitz-Exzesse ihre stofflichen Qualitäten in der Tourismusarchitektur entfalten kann.
15La Muhr Weinhandel und Cateringgesellschaft2006-2007
Linzer Straße 142, Gmunden, A Rüdiger Fritz „Fitness im Genießerland“
Mit diesem Bauwerk dringt der Holzbau vor in das Neuland der von Keller- und Massivbauten dominierten Hallen einer (geheiligten) vielfach inszenierten Welt der Weinkultur. Und er macht gute Figur! Der Verkaufs- und Degustationsraum einer Weinhandel- und Cateringgesellschaft am Rande des (traditionell holzbaudominierten Salzkammergutes) entfaltet alle atmosphärischen Tugenden die dem Holzbau eigen sind. Der in seiner Figur und Konstruktion schlichte Anbau bietet außen, über wechselnden Schalungsbrettern, ein subtiles, rhythmisiertes Fassadenspiel. Innen geben dunkel gefärbte OSB Platten jenen nobel-neutralen Hintergrund, welcher der Wirkung des (ästhetischen) Warenangebots den Vortritt lässt. Eichenholz an Boden und Decke: eine Stimmung von Wärme und Behaglichkeit, von Kultur des Bauens und Genießens. (RG)
16Hauptschule Schwanenstadt2005-2007
Mühlfeldstraße 1, Schwanenstadt, A PAUAT-Architekten „Ein Bravourstück der Wiederbelebung“
Der Schulbau der 60er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts vererbt der Gegenwart eine Fülle von Problemfällen. Zahlreiche Bauten, häufig in Ort und Fertigteilbeton, sind von einer bautechnisch und bauphysikalisch einmaligen Sorglosigkeit gegenüber Fragen des Energieverbrauches und der Ökologie und entsprechen auch akustisch und atmosphärisch in keiner Weise heutigen Standards. Somit ist es meist ein Segen, wenn fortgeschrittene Schäden zum Handeln zwingen.
Zu allen damit angesprochenen Themenstellungen (Bauphysik, Energie, Ökologie, Akustik, Atmosphäre) kann der Holzbau auf beste Referenzen verweisen. Das vorliegende Beispiel reduziert den Bestand auf den Gebäudekern, packt ihn allseitig mit vorgefertigten Holzleichtelementen ein und ergänzt um einen Neubauteil. Ein Bravourstück, das aus (problematischem) Alt ein (ganzheitlich nachhaltiges) Neu schafft, den Bestand sowohl baukünstlerisch wie städtebaulich und atmosphärisch aufwertet. (RG)
Es handelt sich bei der Schwimmschule (schon der Name weist darauf hin) um eine traditionsreiche Steyrer Institution, die den hygienischen, technischen und den Komfortansprüchen der Zeit nicht mehr gewachsen war. Unter Beibehaltung der geliebten Qualitäten führten die substanziellen Um- und Erweiterungsbauten (neuer Eingang, Kassen und Sanitärbereich, neue Umkleidekabinen) zu einer Festigung und Aufwertung des Bestands. Der Erfolg: ein Gefühl entspannter Freizeitkultur – entfaltet von Holz und seinem meisterhaften Einsatz – eine substanzielle Gegenwelt zum billigen, bunten Freizeitevent. (RG)
18La Muhr Weinhandel und Cateringgesellschaft, Gmunden2006-2007
Linzer Straße 142, Gmunden, A Rüdiger Fritz „Fitness im Genießerland“
Mit diesem Bauwerk dringt der Holzbau in das Neuland der von Keller- und Massivbauten dominierten Hallen einer (geheiligten) vielfach inszenierten Welt der Weinkultur vor. Und er macht gute Figur! Der Verkaufs- und Degustationsraum einer Weinhandel- und Cateringgesellschaft am Rande des (traditionell holzbaudominierten Salzkammergutes) entfaltet alle atmosphärischen Tugenden die dem Holzbau eigen sind. Der in seiner Form und Konstruktion schlichte Anbau bietet außen, über wechselnde Schalungsbretter, ein subtiles, rhythmisiertes Fassadenspiel. Innen geben dunkel gefärbte OSB-Platten jenen nobel-neutralen Hintergrund, welcher der Wirkung des (ästhetischen) Warenangebots den Vortritt lässt. Eichenholz an Boden und Decke: eine Stimmung von Wärme und Behaglichkeit, von Kultur des Bauens und Genießens. (RG)
19Bäckerei Brandl2005-2006
Bismarckstraße 6, Linz, A Christian Diridl "Qualitätsware"
Dass Genuss ein Zusammenspiel mehrere Sinnen ist lebt das Geschäft der Familie Brandl. Eine kleine feine, rundum einsichtige Schaubäckerei lässt die von den Düften Angelockten am Entstehungsprozess der Handware teilhaben, welche anschließend im Geschäft erstanden und auch genossen werden kann. Die formal reduzierte, aber in ihrer Materialität und ihrer Ausführung gediegene Ladeneinrichtung ist dabei mehr als Mittel zum Zweck; eher ein Bekenntnis zu zeitgemäßer handwerklicher Qualität.
20Kunstuniversität Linz2004-2006
Kollegiumgasse 2, Linz, A Schneider & Lengauer "state of the art"
Ein weiterer Umbau: im ehemaligen Jesuitenkolleg, später Hauptpostamt, einem Barockbau wurde 2004 ein Teil der Kunstuniversität Linz untergebracht. Geprägt von einem geringem Budget und dem Wunsch nach großzügigen, nichtdefinierten Räumen ohne Schnickschnack wurde das notwendige zur Kür und „understatement“ zum Stil erhoben.
Auch hier treten die inneren Veränderungen nach Außen nicht in Erscheinung, sondern wird die Kraft des historischen Baukörpers respektiert. Nur Audimax und Werkstätte sind als eigener Kubus in den Innenhof gestellt, der durch konsequente Zurückhaltung in Form, Farbe und Oberfläche klar Position im Heute bezieht.
21Linz AG Center2006
Wiener Straße 151, Linz, A Ganahl - Ifsits - Larch „scaped land“
Um durch Synergieeffekte eine bessere Rationalisierung und Kosteneffizienz zu erreichen, war der erste Schritt der Linz AG nach ihrer Gründung 2000 die Zusammenführung der verschiedenen Verwaltungsbereiche. Trotz dieses sehr ökonomischen Vorgehens ist bei der dadurch notwendigen Erweiterung eines bestehenden Verwaltungsgebäudes kein gesichtsloser Bürobau entstanden, sondern ein Gebäude, das in einem städtebaulich inhomogenen Gebiet an einer vierspurigen Einfallstraße statt auf Solitärbauten wieder auf halböffentliche Außenräume setzt. Hinter einem torartigem Baukörper entlang der Wiener Straße erschließt sich den MitarbeiterInnen und BesucherInnen ein akribisch gestalteter Freiraum der dem Areal trotz der hohen Dichte Luftigkeit, Ausblick und Identität verleiht.
22Seelsorgezentrum Solarcity2004-2006
Pegasusweg 1-3, Linz, A pointner | pointner architekten "in sich gehen"
Mit dem Bau des auf dem Reißbrett entstandenen Wohngebiets Solarcity hat die Stadt Linz eines der größten, ehrgeizigsten und umstrittensten Stadterweiterungsprojekte der Nachkriegszeit umgesetzt. Auf Basis eines Masterplans von Roland Rainer, und unter Planungsbeteiligung einer Reihe von Stararchitekten (Norman Foster, Richard Rogers, Renzo Piano, u.a) wird hier seit 2003 unter dem Label „Umweltmusterstadt“ rund 4000 Menschen Wohn- und Lebensraum geboten. Neben rund 1300 Wohnungen sollen eine umfassende Infrastruktur bestehend aus zentralem Ortsplatz, Schulen, Kindergarten, Freiraumgestaltung und Seelsorgezentrum für die Alltagstauglichkeit und Akzeptanz dieser Trabantenstadt sorgen.
Inmitten dieser vielgestaltigen Umgebung nimmt neben dem teilüberdachten Ortsplatz das Seelsorgezentrum eine wichtige identitätsstiftende Aufgabe ein und wagt den Spagat zwischen kommunikativem Treffpunkt und Ort der Ruhe und Spiritualität. Der Erfolg dieses Ansatzes liegt in der Abfolge thematisch unterschiedlicher Höfe und Räume, deren Aufeinanderfolge den Wechsel vom öffentlichen Leben zur inneren Einkehr nachzeichnet.
23Sciencepark Auhof2006-2007
Altenberger Straße 69, Linz, A Caramel „Kopfbau“
Um Wirtschaft und Forschung näher an die Universität zu bringen wurde 2008 mit dem Bau des so genannten „Sciencepark“ in unmittelbarer Nähe zum Campus der Johannes Kepler Universität begonnen. Bis lang ist der erste von insgesamt fünf Baukörpern errichtet, trotzdem lassen sich die Qualitäten der Anlage schon ahnen. Der langgestreckte Bau nimmt nicht nur Rücksicht auf die für das Stadtklima wichtige Durchwindung von Altenberg, sondern schafft mit seinen Knickungen unterschiedliche Außenbereiche, Plätze die das Thema „Universitätscampus“ neu interpretieren.
Damit der Bau im inneren gewissermaßen wie ein PDP-System (Parallel Distributed Processing) funktioniert, wurde auch im Inneren darauf geachtet zwischen den einheitlichen Strukturen offene Bereiche zu schaffen, die einen Austausch und Lebendigkeit fördern.
Kaum bei einem zweiten Thema wie bei den siedlungsausufernden Gewerbebauten besteht solch ein Handlungsbedarf. Kisten mit lautem, billigen Dekor – das ist die Charakteristik des allgegenwärtigen Gewerbebauens und des eklatanten Missverständnisses von Baukultur. Umso wohltuender ist dieses gewerbliche Gründerzentrum. Logisch in der Struktur und Konstruktion, klar und angemessen im Ausdruck. Zwischen der (höheren) Werkstattzeile und dem Bürotrakt entwickelt sich ein introvertierter Erschließungs-, Sanitär- und Begegnungsbereich von hoher Aufenthaltsqualität. Der innen liegende Atriumhof bietet eine Freiraumqualität, welche der Umraum naturgemäß nicht bieten kann. Die Werkstätten werden über eine transluzente Fassade belichtet. Die Holzkonstruktionen sind der Aufgabe entsprechend pragmatisch und unaufgeregt. Die Ausdruckskraft erwächst aus der Ruhe der Form und den reduzierten Holzbaudetails und die sommerliche Überhitzung wird sich noch korrigieren lassen. (RG)
25Bürogebäude Zenz Holzbau2005-2006
Gundertshausen 42, Eggelsberg, A Atelier für Baukunst „Reflektierte Holzbauerfahrung“
Obwohl Bürohaus, ist dieses Kundengebäude bezüglich Maßstab und Wohnlichkeit Versprechen und Garant für die Vertrauen suchende private Auftraggeberschaft. Innen wie außen wird sichtbar was das Unternehmen über seine reflektierte Holzbauerfahrung durch die Jahre hinweg entwickelt und verbessert hat. In der äußeren Erscheinung ist das Haus Schaustück und Logo zugleich. An der Rückseite werden Schalungsmuster demonstriert. Das die Eingangsfassade beherrschende „Z“ steht als Kurzform für den Firmennamen. (RG)
26Voest Alpine Stahl Sevice Center2004-2005
Industriezeile, Linz, A x architekten "Umschlagplatz"
Thematisch zwischen Funktionalität und Cooperate Identity angesiedelt ist diese Produktions- und Lagerhalle die verkehrstechnische Schnittstelle zwischen Straßen- Schienen- und Wasserverkehr. Die Verwendung des firmeneigenen Materials Stahl ist hier obligatorisch. Ansonsten präsentiert sich die Halle als schlichter Kubus, lediglich das weitauskragende Vordach ist eine Geste die, über die reine Zweckmäßigkeit hinausgehend, dem Gestaltungswillen von Bauherrn und Planern nachkommt.
27Fertigungshalle Obermayr2004-2005
Johann Pabst-Straße 20, Schwanenstadt, A F2 Architekten „Zum Abflug bereit“
Mehr als die übliche Kiste demonstriert diese Fertigungshalle, dass Ästhetik und höchste Funktionalität Hand in Hand gehen. Die dem Kräfteverlauf folgenden Träger sind zum Lichtgewinn aufgelöst und bilden eine „Dach-, Decken- und Fassadenlandschaft“ von eindrucksvoller formaler Kraft und Ausstrahlung. Struktur und Skulptur sind hier eins. Das Vordach schwingt über einen geschützten Manipulationsraum aus – übrig bleibt ein „Kunstobjekt“ in der Landschaft, welches von allen Zwängen und jeglicher Schwere befreit. Frei von jedem Bedarf an Oberflächendesign steht dieser Bau, ohne Vermittlungsbedarf, für die Leistungsfähigkeit des Holzbau: Bereit zum Abflug! Dass dieses „Kunststück Werkhalle“ auch punkto Lichtgestaltung und Haustechnik (Passivhausqualität!) den Nutzungskomfort steigert – bei drastisch verringertem Energiebedarf –ist nur ein weiterer Baustein dieses rundum geglückten Werkes. (RG)
28Pfarrkirche Gallspach2005
Gallspach, A Ernst Beneder, Anja Fischer „Zauberhafte Binnenwelt“
Was tun, wenn die bestehende Kirche nicht nur den funktionalen Anforderungen nicht mehr genügt, sondern oberhalb der Dorfstrasse auch noch etwas ab vom Schuss ist. Man stellt einen zweiten Bau dazu; soweit nichts Neues. Doch hier in Gallspach ist es eben mehr als nur ein Bau daneben. Eine elegante Holzellipse aus schmalen lamellenartigen Holzstützen schwingt sich den Kirchenhügel hinauf und vereint in dieser Bewegung einen neuen Kirchenraum, den sich schneckenförmig in die Höhe windenden Kreuzweg und umfasst schlussendlich noch die alte Kirche wie in einer Umarmung.
Besonders erwähnenswert sind die Figuren des Kreuzweges, die sich aus der jeweils gewählten Stelle des Gebäudes entwickeln; im wahrsten Sinne des Wortes Kunst am Bau.
29Andreas Hofer Park2004
Brucknerstraße, Linz, A Karin Standler „social agenda“
Als wichtige städtische Erholungsräume sind Parks unersetzlich, aber oftmals auch Schauplatz interkultureller und intergenerationeller Konflikte. Der in der Gründerzeit entstandene Andreas Hofer Park war hier keine Ausnahme. Im Interesse der Bewohner des Stadtviertels wurde auf Basis eines partizipativen Planungsworkshops eine Umgestaltung vorgenommen, die auf die geäußerten Bedürfnisse und Befürchtungen der NutzerInnen reagiert. Ein zentraler Hügel schafft sowohl Spielraum als auch Zonen unterschiedlicher Nutzung und durch die Entfernung der Sträucher wurde nicht nur der alte Baubestand wieder aufgewertet, sondern auch eine Durchlässigkeit und Übersichtlichkeit erreicht.
30Exportrinderstall2003-2004
Volksfestplatz 1, Ried, A Schneider & Lengauer Das Geländer der Rieder Messe ist mit seinen Hallenbauten unterschiedlichster Qualität und Alters ein Standort von höchst zwiespältiger Qualität. Trotzdem ist es dem Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel und der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gelungen dank einer strategischen Vorgehensweise bei den anstehenden Bauvorhaben sich in diesem Konglomerat als zeitgemäße Beratungs- und Dienstleistungsorganisationen zu positionieren. Bereits zweimal wurden Bauten dieses Areals mit dem Holzbaupreis ausgezeichnet.
Der Exportinderstall zeichnet sich durch eine hohe Funktionalität, verbunden mit einem markanten äußeren Erscheinungsbild frei von Folklorismen aus. Die Dachkonstruktion aus verleimtem Brettschichtholz überspannt stützenfrei einen über ein umlaufendes Fensterband und eine Laterne gleichmäßig belichteten Mehrweckraum, der während dem Messebetrieb auch für Ausstellungen genutzt wird. (MV)
siehe auch:
Büro- und Schulungsgebäude LK/FIH Ried, Ried i.I. (Fink-Thurnher-Architekten)
31Kirche St. Franziskus, Wels2003-2004
St.-Franziskus-Strasse 1, Wels, A Luger & Maul „Kraftwerk Gottes“
Die ganze Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten des Holzbaus findet sich bei dieser Kirche. Ursprünglich als Notkirche in Selbstbau für und durch eine sehr junge Kirchengemeinde errichtet, wurde der provisorische Teil nach der Etablierung dieser Gemeinde zu einem Sakralbau mit allen Schikanen erweitert: neben einem schlichten, geradlinigen Seelsorgezentrum ein in rot gehaltenem Sakralraum mit raffinierter, fast dramatischer Oberlichtführung, dazu ein Wasserbecken als bedeutungsträchtige Inszenierung. Ungewöhnlich auch die Tatsache, dass die gesamte Anlage nach Passiv-Haus-Kriterien errichtet wurde. (MV)
32Kirche St. Franziskus, Wels2003-2004
St.-Franziskus-Strasse 1, Wels, A Luger & Maul „Kraftwerk Gottes“
Die ganze Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten des Holzbaus findet sich bei dieser Kirche. Ursprünglich als Notkirche in Selbstbau für und durch eine sehr junge Kirchengemeinde errichtet, wurde der provisorische Teil nach der Etablierung dieser Gemeinde zu einem Sakralbau mit allen Schikanen erweitert: neben einem schlichten, geradlinigen Seelsorgezentrum ein in rot gehaltener Sakralraum mit raffinierter, fast dramatischer Oberlichtführung, dazu ein Wasserbecken als bedeutungsträchtige Inszenierung. Ungewöhnlich auch die Tatsache, dass die gesamte Anlage nach Passiv-Haus-Kriterien errichtet wurde. (MV)
33Lentos Kunstmuseum1998-2003
Ernst-Koref-Promenade 1, Linz, A Weber + Hofer AG "Landmark"
2003 eröffnet, beherbergt das Lentos Kunstmuseum nicht nur eine umfangreiche Sammlung aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Objektkunst, sondern scheint dazu gebaut den Blick der BesucherInnen zu richten – auf die ausgestellte Kunst ebenso, wie auf städtische Leitmotive. Besonders erwähnenswert: die große Ausstellungshalle im Obergeschoss, die mittels einer durchlaufenden Glasdecke so viel gleichmäßiges Licht in den Raum bringt, dass auf künstliche Zusatzbeleuchtung weitgehend verzichtet werden kann. Und der 60 Meter lange, stützenfreie gedeckte Freibereich, der sowohl Foyer als auch Skulpturenhalle und Stadtplatz ist.
Übrigens darf das Lentos den Anspruch erheben das Erste der mittlerweile fast inflationär errichteten „Leuchtarchitekturen“ zu sein, die des nächtens an der Linzer Donau ein fast disneyhaftes Spektakelambiente zaubern.
Das Lentos Kunstmuseum ist täglich von 10 - 18 Uhr, Donnerstag von 10 - 21 Uhr geöffnet.
Am 24. und 25. Dezember ist das Museum geschlossen, am 31. Dezember ist es von 10 bis 16 Uhr für Sie geöffnet.
Erreichbarkeit: Anfahrt mit der Strassenbahn ab Hauptbahnhof
Linien 1, 2, 3, Haltestelle Hauptplatz.
Bitte beachten Sie die Hinweisschilder Richtung Lentos Kunstmuseum.
Anfahrt mit dem Bus
Buslinie 19, Haltestelle Brucknerhaus
Anfahrt mit dem Auto
Verlassen Sie die Westautobahn A1 an der Anschlussstelle Knoten Linz und wechseln auf die A7 in Richtung E55, Linz, Prag, Freistadt, Knoten Linz. Folgen Sie der A7 für 12.14 km.
Verlassen Sie die A7 an der Ausfahrt 11 Linz-Hafenstraße in Richtung Linz-Zentrum, Passau, Brucknerhaus, Ars Electronica Center;
Fahren Sie auf der Unteren Donaulände gerade aus und biegen Sie nach dem Brucknerhaus rechts in die Ernst-Koref-Promenade - Lentos Kunstmuseum ab.
Parkmöglichkeit in der Lentos-Garage
Öffnungszeit: täglich 6:00 - 22:30 Uhr, Ausfahrt jederzeit möglich
Tipp: Terrasse an der Donau
Cafe-Bar-Restaurant Lentos
(Frühstück 9.00 - 14.00 Uhr)
Öffnungszeiten: täglich 09-24 Uhr
34Urnenfriedhof und neue Aufbahrungshalle2000-2003
Urnenhainweg 8, Linz, A Klaus Kada „last farewell“
Nachdem die 1928 von Julius Schulte errichtete Feuerhalle nicht mehr dem jährlich steigenden Bedarf entsprechen konnte wurde 2003 in einem Erweiterungsgebiet des Urnenhains einen neue Aufbahrungshalle errichtet. Im Gegensatz zur schweren, expressionistischen Architektur des Altbaus zeichnet sich der neue Bau durch eine andere Grundhaltung aus: in den Licht durchfluteten, klaren, weißen Baukörpern scheinen nicht Trauer und der Abschied vom Leben im Vordergrund zu stehen, sondern die Hoffnung auf eine bessere Welt.
Spannenderweise ist der Bau gleichzeitig von hoher nahezu profaner Funktionalität und Umweltverträglichkeit.
35Hallenbad Vöcklabruck2003
Hausruckstraße 25, Vöcklabruck, A Dietmar Neururer, Christoph Gärtner „Badefreuden unter Dach“
Das klassische alltagstaugliche Freizeit-Angebot innerhalb der Stadt ist längst mehr als nur Ort des Schwimmsports. Die Wellness- und Erlebnisbranche boomt und auch die städtischen Bäder tragen vermehrt dieser Nachfrage Rechnung. Dass es auch ohne Exotik-Kulisse geht zeigt das gegenständliche Beispiel. Eine ruhige Struktur und lichtdurchflutete Räume, der umgebende Naturraum, der sich in den Wasserbecken spiegelt und natürlich das sinnliche Erlebnis des kühlen Nass. Mehr braucht es eigentlich nicht um zum Urlaub auf den „Dahamas“ einzuladen.
36Spar Linz Dornach2000-2002
Johann-Wilhelm-Klein-Straße 13, Linz, A archinauten „Leuchtkörper“
Supermärkte waren und sind meist schlichte Betonkisten, lediglich dazu da mit möglichst geringem Aufwand möglichst viele Kunden anzulocken und mit Sonderangeboten zu versorgen. Doch mit zunehmender Konkurrenz und dem Aufkommen des Begriffes „Kauferlebnisses“ müssen sich auch große Lebensmittelkonzerne um eine neue Prägnanz vor Ort bemühen. In diesem Fall wurde ein bestehender 08/15-Bau mittels einer kostengünstigen wie effektvollen Industrieverglasung auf Vordermann gebracht. Wie eine zweite Haut umhüllt die neue Fassade nicht nur den profanen Baukörper und die zum Betrieb notwendige Haustechnikanlagen sondern wird mittels Farb- und Lichtkonzeptes zum Corporate Design.
37Bürgerservice Center Linz + Trauungssaal2001-2002
Hauptstraße 1-5, Linz, A Andreas Heidl „noblesse de robe“
Geänderte bürokratische Abläufe, aber nicht nur die, machten es notwendig in den Bestandsbau von Rupert Falkner aus den 60er Jahren, neue Konzepte der Kundenbetreuung zu etablieren. Dabei bedienen sich die Umbauten des Bürgerservicecenters und des Standesamtes der bestehenden Strukturen, die aber in ein neues räumliches und ästhetisches Konzept integriert sind. Übersichtliche Großräume, im Standesamt lediglich durch Glaselemente getrennt, ermöglichen eine leichtere Orientierung; der hohe Anspruch an die Ästhetik in Detail und Material schafft eine aktuelle Form der Repräsentationsarchitektur.
Ein weiteres Beispiel für die Auseinandersetzung eines Konzerns mit dem Ort um die Einprägsamkeit seines Kaufangebotes zu sichern. Frei nach dem Thema Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten wurde bei diesem Supermarkt das leidige Thema der flächenintensiven Parkplätze zum konzeptionellen Bestandteil der Architektur. Die Einbindung des Verkehrs ist weder beliebig, noch wird sie versteckt, sondern prägt bewusst das Gebäude. In der verkehrstechnischen Bewegung um das Gebäude bieten sich verschiedenste Ein- und Ausblicke, welche dem Kunden die Möglichkeit der Orientierung und unterschiedliche Raumerlebnisse bieten. Um aber die allseitige Bewegung nicht zur Unruhe werden zu lassen fasst ein Fassadenvorhang aus Flachstahl das Konglomerat aus Rampen und Räumen wieder zu einem ruhigen Ganzen.
39Höss-Halle2001-2002
Mitterstoder 38, Hinterstoder, A Riepl Riepl Architekten Inmitten des bekannten Wintersportortes gelegen setzt die Hösshalle sowohl einen dörflichen Brenn- als auch einen formalen Kontrapunkt. Der markante Baukörper beherbergt einen monochromen Raum (MDF lasiert) der seine Attraktivität aus dem fast zu schönen Ausblick auf die Landschaft bezieht. Ursprünglich als Stahlbau konzipiert, steckt nun, dank dem Engagement der ausführenden Holzbaufirma, hinter dem schlichten Bau ein ausgeklügeltes Stützensystem aus Hohlkästen, das ein räumlich anspruchsvolles System hoher Schichtholzträger und statisch aktiver Scheiben trägt.
40Restaurant niu2001
Klammstraße 1, Linz, A Atelier Meinhart "Organic Architecture"
Ganz der Qualität des servierten „organic food“ folgend präsentiert sich dieses kleine, aber feine Restaurant von allem Überflüssigen befreit. Lediglich mit einer zurückhaltenden, dem Raum folgenden Möblierung ausgestattet lebt das Ganze von den zur Atmosphäre verdichteten vorgefundenen Unvollkommenheiten. (cit. R.Ring)
41St. Franziskus, Steyr Resthof1995-2001
Siemensstraße 15, Steyr, A Riepl Riepl Architekten Inmitten einer jener bauwirtschaftlich orientierten Stadterweiterungsgebiete aus den 70er Jahren gelegen, kompensiert der Bau gewissermaßen das kommunale Versagen. In einem richtungslosen Umfeld schafft er einen merkbaren öffentlichen Platz, in einer Umgebung von Monotonie eine Abfolge von Räumen, die durch die Variation der Aus- und Einblicke dem Alltäglichen etwas Besonderes geben, in der Anonymität der Wohnblöcke einen Raum der Offenheit und Kontaktfreude.
Konsequent auf große bedeutungsgeladene Gesten verzichtend, wurde sogar der Glockenturm durch eine Lichtinstallation „ersetzt“.